Essentials für informative Websites
Einführung
In Nielsen/Lorangers 2006, S. 30 umfangreicher Untersuchung verbrachten erfahrene Kunden durchschnittlich 25 Sekunden auf der Homepage, unerfahrene Kunden 35 Sekunden. In der Zeit müssen sie überschauen können
- wo sie gelandet sind
- ob sie von der Site profitieren können
- wie sie zu dem für sie relevanten Bereich der Site gelangen
Testpersonen verließen nutzlos erscheinende Websites in weniger als 2 Minuten (Nielsen/Loranger 2006, S. 54). Zu einer gebrauchstauglichen Seite tragen in erster Linie bei:
- gute Navigation
- gute Suchfunktion
- gute Gestaltung des Contents
Erfolgreiche Websites zeigen, dass sie sich für ihre Besucher interessieren. Unkonventionelles oder cleveres Design ist nice to have, verweist aber in erster Linie zurück auf den Designer.
Web Besucher sind typische Walk-up-and-use-Anwender. Sie unterscheiden sich wesentlich von Profi-Anwendern. Anwender von Profi-Software erhalten Schulungen und arbeiten täglich damit an ihrem Arbeitsplatz. Dafür werden sie bezahlt.
Dagegen kommen Ihre Besucher freiwillig; sie können es auch sein lassen oder mit einem Klick Ihre Konkurrenz aufsuchen. Besucher Ihrer informativen Website (Portal, Suchmaschine, E-Commerce) wollen
- eine bestimmte Information finden
- etwas erledigen/ein Problem lösen
- etwas kaufen
Und das wollen sie sofort -
1 Werden Hindernisse vermieden?
- Die Website ist unter den jetzt gängigen Browsern voll funktionsfähig. Nielsen/Loranger 2006, S. 95 empfehlen, 5-6 Jahre nach Einführung einer neuen Browserversion warten; erst dann können Sie sie beim Design Ihrer Website ignorieren.
- Die Website benutzt korrekten Standard-HTML-Code. Die Seiten werden ordentlich angezeigt; es erscheinen keine Fehlermeldungen, die die Seiten unbrauchbar machen.
- Es gibt keine toten Links; alle Grafiken werden gefunden; alle Seiten sind fertig, also nicht "under construction" oder eine "Baustelle".
- Die Website ist ohne Plugin benutzbar.
- Die Verwendung von Frames hindert den Besucher nicht, gezielt eine Seite Ihrer Website als Bookmark aufzunehmen.
- Der Besucher braucht kein Login.
- Der Besucher muss nicht unnötige Daten von sich preisgeben.
- Alle Überschriften und Links sind Texte oder mit Texten versehen (und nicht etwa Grafiken); so ist eine Sprachausgabe für Blinde und Sehbehinderte möglich und die Website ist auch bei ausgeschalteter Grafik navigierbar.
- Die Website wird über Suchmaschinen gefunden; sie enthält aussagekräftige Titel und Textanfänge, außerdem Metadaten wie Autor, Titel und Beschreibung.
2 Wird Wartezeit vermieden?
Ein ästhetisches Design ist 'nice to have' und trägt dazu bei, dass eine Website als angenehm und glaubwürdig empfunden wird.. So lässt sich Ladezeit verringern (Nielsen 2000, S. 46):
- Die Dateigröße der Seiten überschreitet nicht 100 KB.
- Verzicht auf unnötige Grafiken und Multimedia-Effekte (z.B. große Grafiken ohne Funktion, Splash-Screens und unmotivierte Flash-Anwendung)
- Die optimale Komprimierung notweniger Grafiken. Alle Grafiken sind kleiner als 25K; wenn es mehr als 5 Grafiken auf einer Seite gibt, sind sie kleiner als 15K.
- Die Angabe von WIDTH und HEIGHT bei Grafiken und Tabellen
- Die Verwendung mehrerer kleiner Tabellen anstelle von einer komplexen Tabelle
- die Verwendung von Style Sheets
- das Hinzufügen von Endslashes (/) bei URLs
- Alle Seiten laden sich in weniger als 10 Sekunden.
- Falls sich die Seite langsamer lädt, gibt es eine Meldung, die den Ladestatus anzeigt (z.B. "50% geladen") oder ein visuelles Feedback über die Verzögerung.
- Alle Informationen im oberen Teil des Bildschirms sind schnell sichtbar, auch wenn sich untere Teile (nach denen man evtl. scrollen muss) noch laden.
3 Muss sich der Besucher einarbeiten?
- Die Struktur der Website orientiert sich an den externen Zielgruppen und ihren Aktivitäten - nicht an der firmen- oder institutioneninternen Organisation und Sichtweise.
- Der Besucher wird nicht genötigt, aus Optionen auszuwählen, die er nicht kennt.
- Alle Optionen sind sichtbar; der Besucher muss sich z.B. nicht durch Aufblättern von Menüs oder anhand obskurer Imagemaps darum bemühen, seine nächsten Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.
- Der Besucher muss lange Texte nicht am Bildschirm lesen, sondern kann eine Printversion ausdrucken.
- Die Homepage macht in nicht mehr als 20 Wörtern klar, inwiefern der Kunde von ihr profitieren kann.
Die 8 wesentlichen Usability-Probleme
Nach Nielsen/Lorangers 2006, S. 60 halten sich folgende 8 Usability-Probleme hartnäckig:
1. Links, die ihre Farbe nicht ändern, wenn sie besucht wurden
2. Vereiteln der Funktion des Zurück-Buttons
3. Öffnung neuer Browser-Fenster
4. Pop-up-Fenster
5. Design-Elemente, die wie Werbung aussehen
6. Verstöße gegen Web-weite Konventionen
7. Textblasen und leerer Hype
8. Dichter Content und schwer überfliegbarer Text
Quellen:
Jakob Nielsen: Designing Web Usability.- Indianapolis: New Riders, 2000.
Jakob Nielsen und Hoa Loranger: Prioritizing Web Usability. - Berkeley: New Riders, 2006.

[Update: 01. Februar 2009 -
Prof. Ursula Schulz, HAW Hamburg, Department Information]