Kriterien für ELearning
Übersicht
10 Essentials der Open University, UK
1 Technische Zugangsvoraussetzungen
2 Inhaltliche Zugangsvoraussetzungen
3 Kommunikation
4 Design der Rollen von Lernenden und Lehrenden
5 Lehrmaterial und Medieneinsatz
6 Inhalt
7 Navigation
8 Quellen
10 Essentials der Open University UK
- Make the role of the website clear
- Be pedagogically rather than technologically driven
- Integrate the learning resources into a seamless whole
- Organize the site to meet learner needs and expectations
- Write clearly for the medium
- Make navigation simple
- Editorial quality and consistency should be of equivalent qulity to those of print media
- Ensure a printer-friendly version of the website and a help section are available
- Update the website regularly
- Offer technical help via the website, providing clearly visible contact information for technical support
(Quelle: Kukulska-Hulme, A.M. et al: The Keys to Usability in ELearning Websites)
(2004)
Die folgenden Usability-Kriterien wurden - mit Änderungen und Ergänzungen - übernommen aus: Svenja Drews und Veronika Roth: Usability von E-Learning - Heuristische Evaluation und Usability-Tests am Beispiel zweier Online-Studiengänge. Anhänge A + B. Diplomarbeit am FB B/I der HAW-HH. 2002:
1 Technische Zugangsvoraussetzungen
- Ist die Website barrierefrei, also für Blinde und Sehbehinderte zugänglich?
Dieses Kriterium ist besonders wichtig, denn Blinde und Sehbehinderte sind eine wesentliche Zielgruppe von ELearningangeboten.
- Wird der Studierende vor der Anmeldung auf die technischen Voraussetzungen hingewiesen?
- Können Teile des Kurses offline bearbeitet werden?
- Erfolgt die Einschreibung online?
- kommt insbesondere Behinderten und entfernt wohnenden Studierenden entgegen, für die ein persönliches Erscheinen schwierig ist
- Ist die Rückmeldung über ein elektronisches Formular möglich und einfach gestaltet?
- Sind keine Timeouts vorhanden, die den Lernenden unter Zeitdruck setzen könnten?
- Ist das Login einfach?
- Ist die Anzahl der erforderlichen Passwörter leicht zu merken?
- Ist der Schutz der persönlichen Daten gewährleistet?
Bei der Anmeldung und bei der Arbeit innerhalb der Lektionen gibt der Studierende persönliche Daten preis, die aus datenschutzrechtlichen Gründen vertraulich behandelt werden müssen und nur für interne Zwecke verwendet werden dürfen. Dies sollte den Studierenden vor der Anmeldung versichert werden.
- Ist ein ständiger Zugriff auf Arbeitsergebnisse sowie Bewertungen möglich? (Arnold 2001, S. ?)
Zum Nachlesen von bereits erarbeitetem Wissen sollten alle Arbeiten des Semesters inklusive Bewertungen durch den Dozenten jederzeit abrufbar sein, um eine hohe Transparenz und das "Voneinanderlernen" zu gewährleisten.
- Sind Arbeitsergebnisse für Diskussionen einfach zu finden und allgemein zugänglich?
- Wird die für das Studium notwendige Software auf einer gesonderten Seite übersichtlich zum Download zur Verfügung gestellt?
- Ist eine unkomplizierte und selbstbestimmte Steuerung von Animationen sowie Audio- und Videodateien möglich?
Beim Arbeiten muss es möglich sein, Pausen für Notizen einzulegen, die Lautstärke zu regulieren und bestimmte Sequenzen beliebig oft zu wiederholen, ohne das gesamte Video/die gesamte Sound-Datei noch einmal ablaufen zu lassen.
- Wird auf unnötige Grafiken und Multimediaeffekte verzichtet?
Grafiken und Animationen lockern den oft trockenen Lernstoff auf. Allerdings haben große Grafik-Dateien und Multimedia-Effekte den Nachteil einer langen Ladezeit; außerdem können sie ablenken und irritieren. Aus diesem Grund sollten Grafiken nur gezielt eingesetzt werden.
- Sind notwendige Grafiken zunächst als Thumbnails dargestellt? (Nielsen 2000, S. 135)
Spart Ladezeit.
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2 Inhaltliche Zugangsvoraussetzungen
- Wird der Entwicklungsstand des Studiengangs vor der Anmeldung deutlich? (Arnold 2001, S. ?)
Da sich die allgemeine Entwicklung von Online-Studiengängen in Deutschland am Anfang befindet, besteht die Gefahr, dass der Studiengang nach wenigen Semestern scheitert. Daher sollte jeder Studiengang Auskunft darüber geben, wie lange er schon existiert, wie viele Absolventen es gibt und welche Ziele er langfristig anstrebt.
- Wird der nötige Zeitaufwand für das Studium vor der Anmeldung deutlich?
Eine Auskunft über die Wochenarbeitszeit ist vor allem für Berufstätige, Hausfrauen mit Kindern und für Behinderte hilfreich. Sie können so ihren Tagesablauf planen. Entsprechende Fehleinschätzungen sind ein häufiger Grund, das Studium abzubrechen.
- Werden Zulassungsvoraussetzungen ausdrücklich vor der Anmeldung genannt (z.B. Vordiplom)?
- Werden Informationen über Studiengang, Studienverlauf, Studien- und Prüfungsordnung vor der Anmeldung gegeben? Stiftung Warentest: Schwaches Zeugnis 2001)
- Müssen die Studierenden zusätzliche fachfremde Kenntnisse und Fertigkeiten mitbringen (z.B. HTML; Fremdsprachen)?
- Gibt es eine Demoversion zum Kennenlernen des Studienangebots?
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3 Kommunikation
- Gibt es eine Feedbackmöglichkeit für die Studierenden?
- Ist es möglich, zu jedem Dozenten Kontakt aufzunehmen (e-mail-Adresse, virtuelle Sprechstunde)?
- Gibt es zu jedem Lehrangebot einen konkreten Ansprechpartner?
- Gibt es einen Ansprechpartner für technische Schwierigkeiten?
- Ist das Einrichten und die Anwendung von Kommunikationsmöglichkeiten in Arbeitsgruppen einfach?
- Sind zu jeder Lerneinheit Mailinglisten eingerichtet?
- Gibt es eine individuelle Betreuung?
- Ist jederzeit ersichtlich, wer zur selben Zeit in der Lerneinheit arbeitet?
Hilfreich für die synchrone Kommunikation ist die Anzeige, welche Studierenden online sind und in welcher Lerneinheit sie sich befinden. So weiß der/die Studierende, an wen er/sie sich wenden und mit wem er/sie zusammenarbeiten kann.
- Ist der Hinweis auf Änderungen oder wichtige Neuigkeiten leicht zu sehen (z.B. Programm-Updates, Terminänderungen)?
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4 Design der Rollen von Lernenden und Lehrenden
- Ist die Rolle des Lehrenden wertschätzend sowie angemessen kompetent und unaufdringlich?
- Wie tritt der Lehrende den Studierenden gegenüber: Lehrender, Belehrender, Ansprechpartner, Berater, Kontrollierender, Trainer ...?
- Ist die Rolle des Lernenden angemessen motiviert und selbstbestimmt? Wird er sich wohl in seiner Rolle fühlen?
- Welche Rolle soll der Studierende übernehmen: zielorientiert lernen - unterhalten werden - neugierig gemacht werden - belehrt/bevormundet werden ...?
- Ist die Distanz zwischen Lehrenden und Studierenden angemessen?
- Werden die Studierenden persönlich angesprochen?
- Durch welche Mittel werden diese Rollen bewerkstelligt: Stil, Farbgebung, Inhalt ...?
- Spielt Humor eine angemessene Rolle?
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5 Lehrmaterial und Medieneinsatz
- Stehen Medienwahl und Lernstoff/Lernziel in optimalem Verhältnis zueinander?
Nicht jedes Medium eignet sich gleichermaßen für die Vermittlung von Information. Beispielsweise ist der Lernerfolg u.U. größer bei der Verwendung einer Simulation anstelle eines Videos (z.B. bei einem Versuch in der Chemie: Der Studierende muss aktiv werden und die Situation "nachspielen")
- Wird bei Video- und Audiosequenzen auf eine angenehme Stimme und eine verständliche, dialektfreie Aussprache des Dozenten geachtet?
- Entspricht die Videoqualität der einer Fernsehübertragung?
- Bildfrequenz von mindestens 20-25 f/s und störungsfreie Bildübertragung.
- Entspricht die Audioqualität der einer CD?
- Wird die Information gezielt auf visuelle und auditive Medien verteilt (Entlastung der Wahrnehmung)?
Bei starker Beanspruchung der Augen durch lange Arbeit am Bildschirm wirken sich Tonsequenzen entlastend für den Studierenden aus.
- Liegen Audiodateien transskribiert vor, so dass Sequenzen über Suchbegriffe angesteuert werden können?
- Wurden Abbildungen beschriftet; ist die Beschriftung eindeutig zuzuordnen?
- Gibt es eine Printversion des Contents?
Langes Lesen am Bildschirm strengt an. Zudem gibt es keine Möglichkeit, Textpassagene zu markieren oder Anmerkungen im Text vorzunehmen. Zu viele Grafiken sowie bunte Schriftzüge, die den Drucker beanspruchen, können ebenso einen einfachen Ausdruck verhindern wie die Verwendung von Frames. Aus diesem Grund sollten Skripte zusätzlich als Word- oder PDF-Dokument angeboten werden.
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6 Inhalt
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7 Navigation
- Ist 'der rote Faden' deutlich zu erkennen?
- Gibt es eine Guided Tour für Erstanwender?
Diese Orientierungshilfe erklärt schrittweise in einem vorgegebenen Navigationspfad die Struktur und die Benutzung eines Kurses. Gerade für Studienanfänger ist dieses Angebot hilfreich, da so die doppelte kognitive Belastung - eine neue Lernsituation und neue Inhalte - reduziert wird.
- Können die Studierenden ihren eigenen Lernpfad bestimmen?
- Ist es möglich, Lesezeichen zu setzen?
Ähnlich wie in einem Buch muss der Studierende kennzeichnen können, an welcher Stelle er die Lerneinheit verlassen hat und wieder einsteigen möchte. Dies gilt auch für Webseiten, die oft besucht werden oder die sich als wichtige Lernhilfe erwiesen haben.
- Sind die Websites der Dozenten untereinander einheitlich?
- Wird eine Metapher überzeugend als Orientierungshilfe eingesetzt? (z.B. Lernräume, Gruppen ...)
- Kann der Studierende seine Seiten personalisieren?
Ein virtueller Schreibtisch kann wichtige persönliche Einstellungen enthalten (wie Lesezeichen, Nachrichten, zuletzt bearbeitete Lerneinheiten, Sprache, Passwort oder eigene gespeicherte Dokumente). Das erlaubt einen schnellen Einstieg in und einen einfacheren Umgang mit der Lernumgebung.
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Quellen
Arnold, Patricia: Didaktik und Methodik telematischen Lehrens und Lernens. - Münster u.a.: Waxmann, 2001.
Kukulska-Hulme, A.M. et al: The Keys to Usability in ELearning Websites
(2004)
[www.networkedlearningconference.org.uk/past/nlc2004/proceedings/
individual_papers/kukulska_shield.htm]
Nielsen, Jakob: Jakob Nielsen on ELearning
(phone interview 16 January 2001) [www.elearningpost.com/articles/archives/jakob_nielsen_on_e_learning/]
Quinn, Anthony: Why People Cant't Use eLearning?
[infocentre.frontend.com/infocentre/articles/whypeoplecantuseelearning.html]
Schulmeister, Rolf: Virtuelle Universität - Virtuelles Lernen. München u.a.: Oldenbourg, 2001.
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[Update: 01. Februar 2009 -
Prof. Ursula Schulz, HAW Hamburg, Department Information]