Weniger ist mehr.

12 allgemeine Heuristiken

1. Aufgabenangemessenheit

Alle benötigten Funktionen für anstehende Aufgaben im System müssen vorhanden und hinreichend so gestaltet sein, dass sie den Nutzer unterstützen und bei Routineaufgaben entlasten.

2. Prozessangemessenheit

Das System sollte für die Erfüllung realer Arbeitsaufgaben in typischen Einsatzfeldern optimiert sein, einen Bezug zum übergeordneten realen Prozessziel haben und auf Qualifikationen und Erfahrungen der realen Nutzer abgestimmt sein.

3. Selbstbeschreibungsfähigkeit

einheitliche und unmittelbare Anzeige des Systemstatus. Der Benutzer sollte die Detaillierung der Information über den Systemstatus bestimmen können

4. Steuerbarkeit

beinhaltet die Kontrolle des Nutzers über den Dialog, sowie die Möglichkeit, verschiedene Eingabehilfen zu nutzen oder das System ohne Datenverlust zu beenden.

5. Erwartungskonformität

Die Informationsdarstellung sollte systemimmanent und mit plattformspezifischen Konzepten konsistent sein. Bei ähnlichen Aufgaben sollten Dialoge vergleichbar und an erwarteter Position dargestellt sein.

6. Fehlertoleranz

Fehlermeldungen sollten deutlich sein und Hinweise beispielsweise über Art und Handlungszusammenhang enthalten. Der Nutzer muss über irreversible Handlungen informiert werden.

7. System- und Datensicherheit

Das System sollte auch bei fehlerhaften Eingaben des Nutzers und unter hoher Ressourcenbelastung stabil und ohne Datenverluste arbeiten.

8. Individualisierbarkeit

Das Dialogsystem sollte sich individuell an die Präferenzen der Nutzer anpassen lassen, solange dies der Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung dient und nicht im Widerspruch zu notwendigen technischen oder sicherheitsrelevanten Begrenzungen steht.

9. Lernförderlichkeit

Lernstrategien wie "Learning by Doing" sollten durch schrittweise Anleitungen oder Navigationshilfen unterstützt werden.

10. Wahrnehmungssteuerung

Das Layout sollte minimalistisch gehalten werden. Gruppierungen, Farbgestaltung und sinnvolle Informationsreduktion etc. sollten so verwendet werden, dass die Aufmerksamkeit des Nutzers hin zu relevanter Information gelenkt wird.

11. Joy of use

Arbeistabläufe und grafische Gestaltung des Systems sollten bei notwendiger Konsistenz Monotonie vermeiden und zeitgemäß wirken. Metaphern sollten adäquat und auf den Nutzungskontext abgestimmt verwendet werden.

12. Interkulturelle Aspekte

Das System sollte auf einen definierten Nutzerkreis und dessen funktionale, organisatorische und nationale Kultur abgestimmt sein.


(Quelle: Florian Sarodnick und Henning Brau: Methoden der Usability Evaluation. Bern: Huber, 2006. - S. 140-141.)


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[Update: 10. Februar 2009 - Prof. Ursula Schulz, HAW Hamburg, Department Information]